Übergewichtig im Rollstuhl

Gisela hat mich schon vor einiger Zeit gebeten, über meine Situation zu schreiben. Aber es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich mich tatsächlich an meinen Rechner gesetzt habe. Denn was soll ich schreiben? Ich bin übergewichtig, das war ich auch vor meinem Autounfall. Seit diesem Unfall vor drei Jahren sitze ich nun auch noch im Rollstuhl und habe seitdem auch einiges an Gewicht zugenommen. Ein schlimmes Schicksal? Ja und nein. Ich hätte auch tot sein können.

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Ein Leben als Rollstuhlfahrer

Dominik hat für das Projekt „Anderssein“ Fragen zu seinem Leben mit dem Rollstuhl beantwortet. Hier finden sich in kleinen Kurzfilmen, die Antworten auf seine Fragen:

Können Sie als Rollstuhlfahrer selbständig und ohne fremde Hilfe leben?

Möchten Sie aktiv angesprochen werden, ob Sie Hilfe brauchen?

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Mit dem Alter tritt Ruhe ein, oder?

von Raul Krauthausen – www.raul.de

Irgendein Sprichwort sagt doch “Mit dem Alter kommt die Ruhe”. Okay, vielleicht stimmt das. Aber ich bin da wohl Sprichwort-inkompatibel. Denn mit meinen 33 Jahren werde ich immer unruhiger, was gesellschaftliche Prozesse und den Umgang mit Menschen mit Behinderungen angeht.

Obwohl in der BRD mehr als acht Millionen Menschen eine Behinderung haben, kommt es mir so vor, dass in der Gesellschaft noch an vielen Stellen diese “Minderheit” ignoriert wird.
Die Gesellschaft ist dabei natürlich ein viel zu pauschalisierender Begriff und ich möchte es ein bisschen konkreter fassen: ich denke in dem Fall an die Medien, an akademische Konferenzen, Hotels, Fluggesellschaften und die vielen weiteren, die Behinderungen gerne wahrnehmen, wenn es eine “Überwindungs-Geschichte” ist, die einen Teenager mit Down-Syndrom endlich Basketball spielen lässt oder wenn eine gehörlose Frau endlich Töne wahrnehmen kann. Diese “Überwindungs-Geschichten” lassen viele Menschen ohne Behinderung lächeln, verklären aber die Realität von Behinderung und mildern die Auswirkungen zu häufig sogar ab, damit sie endlich in die Schubladen von nicht-behinderten Menschen passen.
Denn während wir uns rührende Bilder und Filme von Menschen mit Behinderungen via facebook zusenden, die ihr “Schicksal überwunden” haben, sind zur gleichen Zeit mehr als 80% der Menschen mit Behinderungen arbeitslos oder arbeiten in Werkstätten zu irrwitzigen Niedriglöhnen (z.B. 86 Euro im Monat), Unterstützungen werden gekürzt und Wiedereingleidrungsprogramme (was für ein Wort…) sind nur unzureichend ausgebaut. Nicht zuletzt werden auch die Vorgaben für Barrierefreiheit von tausenden Firmen und Institutionen umgangen.

Wer mich kennt, der weiß dass ich nicht gerne über meine Behinderung schimpfe und sie gerne auch mal mit einer Haarfarbe vergleiche, Weiterlesen