Behindert und dick

Macht es einen Unterschied in der eigenen und in der Wahrnehmung unserer Mitmenschen, ob man dick oder behindert ist? Wie ist dies bei einem Menschen, der beides ist. Dieser Frage ist Gisela Enders nachgegangen und hat sich mit Christine getroffen, einer agilen dicken Frau mit einer Beinamputation.

G: Christine, schön, dass Du bereit bist, mit mir über Dich und Deinen Körper zu reden. Gibt es für Dich einen Unterschied zwischen Deiner körperliche Behinderung und dem vermeintlichen Makel dick zu sein.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAChristine: Eigentlich nicht. Ich war schon immer dick, damit habe ich schon immer einer Randgruppe angehört. Als ich vor knapp 10 Jahren mein Bein verloren habe, musste ich die ersten Monate im Rollstuhl sitzen. Damit war ich dann plötzlich in einer 2. Randgruppe. Als dicker Mensch ist man ein präsenter Mensch, das die Menschen mich anstarren und neugierig oder verschämt schauen, dass war ich bereits gewohnt. Wenn man im Rollstuhl sitzt, ist man genauso präsent – und die Leute schauen. Für mich also kein großer Unterschied in der Wahrnehmung nach außen. Ich halte es wie immer: Manchmal einfach zurück starren, dass ist den meisten Menschen dann doch unangenehm und sie hören auf.

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