Das Buch zum Projekt

WGODDESSUnser Projekt geht im Mai zuende. Wir blicken zurück auf viele spannende Diskussionen, zum Teil live, viele auch hier im Netz. Die wichtigsten Texte und Kommentare haben wir in einem kleinen Buch zusammengefasst, welches Ihr Euch hier gerne herunterladen könnt. Du bist gut so, wie Du bist (pdf)

Auf diesem Weg möchten wir uns nochmal ganz herzlich für Eure Mitarbeit bedanken. Dies gilt besonders für alle Autorinnen, die mit Ihren Beiträgen das Projekt so richtig zum Leben erweckt haben und einfach super spannende Einblicke in ihr Leben erlaubt haben. Macht weiter so!

Danke und viele Grüße

Gisela Enders, Projektkoordinatorin von Dicke e.V.

Leseabend: Wie sich in der Familie Perspektiven verändern können

Sie wollte gerne anonym bleiben. Zumindest im Netz. Das haben wir respektiert. Dennoch hat sie sich live und in Farbe zu einem Diskussionsabend bereiterklärt. Denn viele Menschen haben auf ihren Beitrag reagiert – ein trauriger Beitrag über den Autounfall ihres Bruders, der seitdem im Wachkoma ist. Allein zu diesem Thema kann man schon einen ganzen Abend reden. Wie eine Familie damit umgeht, wie man mit einem Menschen im Wachkoma umgeht, dass in diesem Fall eine Kontaktaufnahme dann doch möglich ist und wie man mit den eigenen (Kontroll-)ängsten konfrontiert wird, wenn man sich vorstellt, über den eigenen Körper keinerlei willentliche Kontrolle mehr zu haben. Und das war zunächst auch ein ausgiebiger Teil des Gesprächs zwischen den vier Gästen und der Rednerin, nennen wir sie heute Gabriele.

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Gesund leben – unabhängig vom Gewicht

Übergewicht wird in unserer Gesellschaft automatisch mit ungesund gleichgesetzt. Das zusätzliche Gewicht wird verantwortlich für viele Krankheiten  und eine geringere Lebenserwartung gemacht. In der Folge verbringen viele, viele Menschen ihr Leben damit, das eigene Gewicht unter Kontrolle zu halten, zu verringern und zu bekämpfen. Denn nur so können wir lange leben.

Ist das wirklich so? Stimmen diese Aussagen oder sitzen wir hier einem Mainstream auf, der sich durch ernstzunehmende wissenschaftliche Untersuchungen nicht bestätigen lässt? Ernstzunehmend, weil Studien mit einer ausreichend großen Gruppe und Kontrollgruppe durchgeführt wurden. Über einen längeren Zeitraum. Und nicht finanziert durch Interessen- und Wirtschaftsgruppen, die bereits im Vorfeld wissen, an was sie verdienen und was für uns gut ist: Die Gewichtsreduktion.

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Dick, lesbisch und sehbehindert – Diskriminierung kommt leider überall vor

Innerhalb der Bewegung von dicken Menschen wird oft postuliert, dies sei die letzte Gruppe, die man hemmungslos diskriminieren könne. Sie habe keine Lobby und niemand fände es dramatisch, wenn dicke Menschen als faul oder unkontrolliert stigmatisiert werden. Ich möchte da einen kleinen Kontrapunkt setzen. Nicht, dass ich sagen will, dass dies nicht der Fall ist. Sondern das diese Ausschließlichkeit ein Anspruch ist, der sich aus der Perspektive dicker Menschen so ergeben kann, der sich aber aus anderen Perspektiven anders darstellt. Ich bin gleich in mehreren Randgruppen zuhause.

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Übergewichtig im Rollstuhl

Gisela hat mich schon vor einiger Zeit gebeten, über meine Situation zu schreiben. Aber es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich mich tatsächlich an meinen Rechner gesetzt habe. Denn was soll ich schreiben? Ich bin übergewichtig, das war ich auch vor meinem Autounfall. Seit diesem Unfall vor drei Jahren sitze ich nun auch noch im Rollstuhl und habe seitdem auch einiges an Gewicht zugenommen. Ein schlimmes Schicksal? Ja und nein. Ich hätte auch tot sein können.

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Sollten dicke Menschen einen Behindertenausweis beantragen dürfen?

Ein Bericht von Monika MannBody&Peace Workshop 2012 Berlin

Dies war die Frage einer Diskussionsrunde, die Dicke e.V. am 18.2.2015 in Berlin durchgeführt hat. Auslöser für die Diskussion war ein Text, der dieseMöglichkeit forderte – zum einen, um sich als dicke Menschen auch besser gegen Diskriminierungen wehren zu können, zum anderen schlicht um das Leben leichter zu machen.  Dieser Text wurde von Gisela – die beim Workshop im November am Text mitgearbeitet hatte – vorgelesen und in Ansätzen die Diskussion dazu wiedergegeben. Sie berichtete auch von weiteren Informationen, die während des Workshops nicht vorhanden waren, wie beispielsweise die Unterteilung in verschiedenen Behindertenklassen und die dabei relativ schwere Prüfung, einen Behindertenausweis wg. Gehbehinderung ausgestellt zu bekommen. Sie stellte auch nochmal die Ursprungsfragestellung vor:  Wie können sich dicke Menschen vor Diskriminierung schützen? Müssen sie so dick werden (und Folgeerkrankungen nachweisen), damit sie als behindert anerkannt werden? Die Frage ist provokant gemeint.

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Behindert und Übergewichtig – da gibt es einen Unterschied

Ich bin eine hörbehinderte, schöne, schlanke Frau. Und ich war immer stolz, dass ich meinen Körper „im Griff“ habe. Meine Hörbehinderung ist angeboren, mit diesem Schicksal habe ich mich abgefunden. Um nicht zu sagen, ich kenne es ja auch gar nicht anders. Und jenseits aller Behandlungsmethoden glaube ich nicht wirklich, dass die Forschung in meinem Leben soweit kommen wird, dass ich irgendwann richtig gut hören kann. Und ich will jetzt hier auch gar nicht über die Einschränkungen im Leben eines hörbehinderten Menschen sprechen. Keine Frage, es gibt sie. Aber ich bin ehrgeizig und möchte möglichst gut an diesem Leben teilhaben. Also versuche ich alles was geht, um mir eine halbwegs gute Teilhabe am Leben zu ermöglichen. Und das gelingt mir mal mehr und mal weniger.

Wenn ich ehrlich bin, habe ich immer sehr abschätzig auf übergewichtige Menschen geschaut, weil sie ihren Körper nicht im Griff haben.

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