Unser Gut-So Workshop!

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAm Wochenende hat unser Workshop Gut so stattgefunden. Es ging um die Akzeptanz des eigenen Körpers, egal ob behindert oder dick. Wir hatten viele spannende Diskussionen, die sich im wesentlichen für alle Beteiligten zusammenfassen lässt als ein gesellschaftliches Thema und Problem. Ohne das Außen und die Bewertung und eben auch Abwertung von anderen Menschen könnten sich alle sehr wohl in ihrer Haut fühlen. Aber da ist leider die Gesellschaft, die mit kleinen Bemerkungen oder eben auch knallharter Diskriminierung einem das Leben schwer machen.

Ein besonderes Thema war der Umgang mit Ärzten, besonders schwierig für die dicken Teilnehmerinnen. Hier wurden auch die meisten Aktivitäten überlegt. Denn der Mangel ist frappierend. Alle Teilnehmerinnen konnten von Untersuchungen berichten, die nicht ordentlich durchgeführt wurden, weil es zunächst nur eine optische Diagnose gab. Außer einer erfreulichen Ausnahme aus Wien, hier gab es zwei angenehme Beispiele, einmal von einem jungen Facharzt, der den Risikofaktor Übergewicht ernst nahm und genau deshalb die Patientin besonders gründlich untersuchte. Und dieselbe Patientin konnte von einem angenehmen Beispiel für den Wechsel zu einem größeren Kernspintomografen berichten. Die Begründung war nicht, dass sie zu dick für den anderen sei, sondern: „Sie haben da mehr Platz“. In meinen Augen österreichischer Charme vom Feinsten. Deutlich besser, als die deutsche Frauenärztin, die eine Untersuchung einer dicken Frau verweigerte, mit den Worten: „Mein Stuhl ist mir zu schade, als das ich seinen Zusammenbruch durch ihr Gewicht riskieren würde.“ Gängige Strategie vieler dicken Menschen ist das Vermeiden von Arztbesuchen – keine besonders gute, aber verständliche Strategie. Im Workshop haben wir nach anderen Strategien gesucht, zumal es Ärzte gibt, die ähnlich wie bei behinderten Menschen auch dicken Menschen Empathie entgegen bringen. Leider muss man diese nur sehr suchen. Eine Idee aus dem Workshop war, sich im Internet zur Ärztesuche mehr zu vernetzen und Möglichkeiten für Empfehlungen zu schaffen.

Mut gemacht haben die vielen offenen Gespräche und die vertraute Atmosphäre. Das Gefühl, dass man nicht alleine ist, wenn man mit dem eigenen Körper oder der Welt haddert, ist ein gutes Gefühl. Solidarität und Gemeinschaft macht schon viel aus. Einig waren sich alle auch bei der Frage, ob Dick auch als Behinderung anerkannt werden sollte. Nicht als Muss, aber als Möglichkeit. Die geplante Pro und Contra Diskussion musste leider ausfallen, da es nur Pro Stimmen gab. Diese werden wir in den nächsten Tagen als Plädoyer auch hier veröffentlichen.

Was leider ein bisschen zu kurz kam, war das Verfassen von Texten. Aufgrund der vielen lebhaften Diskussionen kam das Schreiben von Texten leider etwas zu kurz. Dies wird jetzt im Nachgang passieren müssen. Aber die vielen anderen Erfahrungen und der rege Austausch machen das wieder wett. Eine rege Runde mit tollen Frauen!!!

 

 

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2 Gedanken zu „Unser Gut-So Workshop!

  1. Pingback: Sollten dicke Menschen einen Behindertenausweis beantragen dürfen? | Du bist gut so!

  2. Oh, hier hätte ich gerne dran teilgenommen. Zumal ich aufgrund einer Krankheit behindert und dazu noch dick bin. Also doppelt reingepasst hätte. Gibt es so einen Workshop nochmal?

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