Bodysfaction – Körperzufriedenheit für Frauen – Teil 1

andrea_1401ein Beitrag von Andrea Bachmann

Man sagt, aller Anfang sei schwer.

Was passiert, wenn ich mich dafür entscheide, den Anfang leichtzunehmen?

Wenn ich heute in den Spiegel schaue, sehe ich eine schöne, selbstbewusste Frau. Ich sehe einen kurvigen Körper, strahlende Augen mit Lachfalten und einen Blick, der fragt: Na, Schöne, was machen wir heute?

Wenn ich heute meine Küche betrete, rieche ich leckeres Essen. Meine Küche ist ein sinnlicher Platz, wo gekocht und gegessen wird, frei von jeglichen Verboten.

Wenn ich heute vor meinem Kleiderschrank stehe, frage ich mich manchmal immer noch, was ich heute anziehen soll. Aber nicht, weil ich nichts hätte, sondern weil ich mich nicht zwischen all den tollen Sachen entscheiden kann, die darin wohnen.

Wenn mich heute jemand fragt, ob ich zu- oder abgenommen habe, antworte ich: Ich bin heute so, wie ich heute bin, und morgen so, wie ich morgen bin. Und das ist genau richtig. Das ist Körperzufriedenheit. Mehr noch: Das ist Selbstakzeptanz, Selbstliebe vielleicht sogar. Genau darum geht es hier.

Natürlich war ich nicht immer so selbstbewusst, auch wenn ich eigentlich so geboren wurde. In den ersten Lebensjahren ist uns nämlich gar nicht bewusst, dass wir einen Körper haben, weil wir als kleine Kinder unser Körper sind: Indem wir ihn unvoreingenommen entdecken, Spass daran haben und dank unseres Körpers lernen, die Welt um uns herum zu verstehen.

Irgendwann ändert sich das. Wir lernen Normen und Werte kennen, wir vergleichen uns mit unserer Umwelt und stellen fest, dass wir nicht so sind, wie wir sein sollten oder wie andere uns gerne hätten.

Bei mir führten diese unbewusst ablaufenden Muster dazu, dass ich als völlig normalgewichtiger Teenager das Gefühl hatte, abnehmen zu müssen.

Als Kind war ich ein zufriedenes, gesundes Mädchen mit roten „Pfuusbagge“, neugierig auf das Leben und all die spannenden Geschichten, die es zu bieten hat. Ich verachte eine unbeschwerte, schöne Kindheit mit meiner Schwester und unseren Cousins und Cousinen zwischen Hüttenbauen, Jazzdance, dem Platz am See, unserem Garten und meiner geliebten Schule. Mein Körper war kein Thema, er ist – und isst – einfach.

Als Teenager folgte die Ich-bin-nicht-gut-genug-Phase. Der Eintritt in die Kampfzone begann mit der Entwicklung weiblicher Kurven. You’re in the army now, quasi. Die öffentliche Musterung traf mich unerwartet, als ich eines schönen Sommertages in rosa Hawaiishorts zur Schule ging: Beim Italiener um die Ecke sassen ein paar Bauarbeiterkumpel beim Kaffee, und einer von ihnen grölte frech über die Terrasse in meine Richtung: „Kannst du deine Schinken nicht verstecken?“ – Ich ging schnell weiter und spürte, wie mir das Blut in den Kopf stieg. Erst, als ich ausser Sichtweite war, wurde mir klar: Der meint mich. Und meine Oberschenkel. – Das war für lange Zeit der letzte Tag in meinem Leben, an dem ich in der Öffentlichkeit Shorts trug. Damals stand für mich fest: Mein Körper ist eine Zumutung für andere. Ich. Muss. Abnehmen.

So begann ich wenig später damit, jeden Bissen, den ich zu mir nahm, in ein kleines grünes Buch zu notieren. Die Hassliebe zu meiner Waage begann. Ich versuchte, meinen jungen, noch nicht ausgewachsenen Körper durch Kontrolle zu verändern, was mir mehr schlecht als recht gelang. Vielleicht war ich zu wenig diszipliniert, vielleicht habe ich keine genetische Veranlagung zu Suchtverhalten, vielleicht liebe ich Essen und seinen gesellschaftlichen Charakter einfach zu sehr – jedenfalls wurde ich weder anorektisch wie eine meiner Mitschülerinnen noch wirklich schwer übergewichtig. Von aussen betrachtet entwickelte ich mich zu einer ganz normalen jungen Frau. Mein Innenleben sah jedoch anders aus: Ich fühlte mich fett und hässlich, benahm mich entgegen meiner Natur eher introvertiert und Jungs gegenüber war ich lange äusserst scheu. Ich verschanzte mich hinter meinen Büchern und lernte, während die anderen draussen das Teenagerleben genossen.

Ein paar Jahre und x Diäten später verliebte ich mich mit 20 zum ersten Mal heftig und nahm automatisch ab. Ich lebte von Luft und Liebe. Die Freude an meinem neuen Körper war gross, aber nicht von Dauer, denn darauf folgte – Pille sei Dank – eine raketenhafte Gewichtszunahme. Trotz diverser weiterer Versuche, die weiblichen Rundungen auf ein akzeptables Mindestmass zu reduzieren, blieb ich jahrelang ein unzufriedenes „Pummerli“, das immer wieder mal auf Diät war.

Nach einer 360-Grad-Wende in meinem 31. Lebensjahr wiederholte sich der letzte Abschnitt: neue Liebe, neue Figur, neue Hormone und zack!, zurück auf Anfang. Die Waage blieb mein Feind und vermeintlicher Helfer. Ich machte den Zirkus noch ein paar Jahre mit, bis es mir wirklich zu blöd wurde oder bis ich erleuchtet wurde – das ist Ansichtssache. Ich fing jedenfalls an, anders zu denken und zu fühlen, ein heilsamer Prozess begann:

Mein Weg zur Körperzufriedenheit

Herbst 2009: Ich durchstöbere – einmal mehr – das Internet nach einer neuen Möglichkeit, Gewicht zu verlieren. Dabei stosse ich auf den Blog einer Australierin, die mich mit ihrer anderen Sichtweise zum Thema Abnehmen überrascht.

Interessiert lese ich Sandy Ross’ kritische Einträge mit vielen Hintergrundinformationen, verfolge Links zu anderen Websites und lande schliesslich bei YouTube und den Auszügen einer britischen Fernsehshow, in der es ums Thema Körperakzeptanz geht (How To Look Good Naked). Diese Show ist kein typisches Vorher-Nachher-Styling. Hier werden Frauen über längere Zeit begleitet und von einem ebenso sympathischen wie authentischen Stylisten namens Gok Wan beraten, bis sie selbstbewusst und strahlend in sexy Unterwäsche über den Catwalk schweben. Grösse, Gewicht und Alter sind dabei Nebensache.

Das Selbstvertrauen, die Ausstrahlung und die wiedergewonnene Lebensfreude dieser ganz normalen Frauen beeindrucken mich sehr. Das zu erreichen, müsste für alle Frauen möglich sein! Ich beginne mit dem Gedanken zu spielen, dass mein Körper vielleicht doch nicht so verkehrt ist, wie ich seit langer Zeit glaube. Mein Interesse ist geweckt. Als erstes Buch lese ich Hungry von Crystal Renn.

Winter 2009 bis Frühling 2010: Ich beschäftige mich den ganzen Winter über mit den Themen Body Image, Anti-Diät und Körperakzeptanz. Neugierig forsche ich im Internet und lese alle Bücher, die mir dazu in die Finger kommen, viele aus dem englischsprachigen Raum. In mir reift der Entschluss, nie wieder eine Diät zu machen. Stattdessen beginne ich darauf zu achten, was mein Körper und ich brauchen, um zufrieden zu sein. Ich fange schrittweise an, meinen Körper so zu akzeptieren, wie er ist. Weil ich glaube, dass ich von Natur aus gut und richtig bin. Weil ich endlich mit mir leben statt gegen mich kämpfen will. Weil ich weiss, dass ich nicht die Einzige bin, die so denkt.

Mit meiner neuen Einstellung verbessert sich mein Leben schlagartig. Ich mache mir nicht mehr ständig Sorgen um meine Figur oder um meine Ernährung. Ich habe endlich den Kopf frei, und: Ich habe plötzlich unglaublich viel Energie!

So viel, dass ich mich mutig für eine berufliche Neuorientierung und für eine dritte Ausbildung entscheide. Mein Leben erhält eine komplett neue Richtung. Ich bin endlich auf einem Weg, der sich wirklich gut anfühlt.

Frühling bis Herbst 2011: Ich schliesse meine Ausbildung zum Life Coach erfolgreich ab. Die Antwort auf die Frage, mit welchem Thema ich mich als Expertin positionieren möchte, ist sonnenklar: BODYSFACTION – Körperzufriedenheit für Frauen. Es wird zwar noch nicht viel darüber gesprochen, doch ich wage den ersten Schritt. Mein Thema soll öffentlich werden, weil es sehr viele Frauen betrifft. Wir lassen einfach zu viel Selbstvertrauen und weibliche Energie auf der Strecke. Das will ich ändern.

Ich weiss, dass ich mit Know-how und Coaching einen entscheidenden Beitrag dazu leisten kann, Frauen zu unterstützen und weiter zu bringen. Ich wünsche mir körperzufriedene, strahlende, kraftvolle Frauen, die den Mut haben, das Leben ihrer Träume zu suchen und zu leben. Darum beginne ich, meine gesammelten Informationen und Ideen zu bündeln. Bis zum Sommer 2012 schreibe ich mein Mutbuch für Frauen: BODYSFACTION – Frauen auf dem Weg zum leichten Grössenwahn.

Heute veranstalte ich regelmässig Fotoshootings für Frauen, gestalte Online-Seminare zu meinem Buch und begleite meine Klientinnen in Einzelcoachings. Dabei begegne ich vielen wunderbaren Frauen, die mir ihre Körpergeschichten erzählen. Mit jeder Geschichte komme ich noch ein Stück mehr nachhause. – Zurück in meinen Körper, der immer für mich da war, egal, wie ich ihn behandelt habe.

Action Step für Dich!

Schreibe über die wichtigsten Meilensteine in deiner bisherigen Körpergeschichte:

Was passierte damals in deinem Leben?

Wie hast du dich gefühlt?

Wer oder was hätte dir in dieser Situation geholfen?

Ich freue mich über jeden Kontakt per mail und deinen Besuch auf meiner Website.

 

Herzlich,

Andrea Bachmann

http://www.bodysfaction.ch

kontakt@bodysfaction.ch

facebook: http://www.facebook.com/bodysfaction

 

Gut für dich selbst zu sorgen ist eine Lebensaufgabe.

Es gibt gute und schlechte Tage, und das ist völlig in Ordnung so.

Andrea Bachmann

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